Bei Bohrung Th3, der zweiten von insgesamt sechs Bohrungen, konnte die erste Sektion erfolgreich abgeschlossen werden. Der Bohrfortschritt liegt weiterhin im Zeitplan. Wie erwartet wurden miozäne Sand-, Kalk- und Mergelschichten durchörtert. Nach der Vermessung des Bohrlochs wurde das 20-Zoll-Casing eingebaut und der Ringraum zementiert, um die Stabilität zu sichern. Die weitere Bohrung erfolgt nun teleskopartig mit einem Durchmesser von 17½ Zoll.
Die erste Bohrung in Laufzorn II war ein voller Erfolg: Man ist wie geplant auf sehr heißes Thermalwasser gestoßen – über 100 Grad warm und mit richtig viel Fördermenge. Nach den Pumpversuchen steht fest, dass die Bohrung liefert, was man sich erhofft hatte. Der Bohrerfolg gilt als wichtiger Schritt für die zukünftige Wärmeversorgung in Grünwald und den Ausbau des Fernwärmenetzes. Nun geht es weiter mit der zweiten Bohrung bis zum Abschluss der insgesamt sechs Bohrungen, welche bis Anfang 2027 fertiggestellt werden.
Die erste Bohrung hat erfolgreich ihre Zieltiefe erreicht – ein wichtiger Schritt für unser Geothermieprojekt!
Ab sofort beginnen die Pumpversuche.
In den kommenden 2–3 Wochen kann es dabei vereinzelt zu ungefährlichen Geruchsbelästigungen kommen.
Bitte beachten Sie: Aus Sicherheitsgründen ist die Römerstraße während dieser Zeit gesperrt. Eine Umleitung über den Oberhachinger Weg ist eingerichtet.
Wir bedanken uns herzlich für Ihr Verständnis!
Die erste Tiefbohrung hat den geologischen Zielhorizont, den Malmaquifer, erfolgreich erreicht. Nach 83 Tagen Bohrzeit und über 4.600 Bohrmetern liegt die Endteufe nun bei rund 3.700 Metern vertikaler Tiefe. Der Bohrfortschritt bewegte sich dabei im Durchschnitt zwischen 12,3 und 19,6 Metern pro Stunde.
Für die Bohrung kamen insgesamt sechs Bohrmeißel zum Einsatz, ergänzt durch drei weitere zum Aufbohren der zementierten Sektionsübergänge.
Insgesamt wurden rund 750 m³ Bohrklein zutage gefördert. Bei der Verrohrung wurden knapp 700 Tonnen Stahl/Casings sowie etwa 500 Tonnen Zement eingebracht.
Am Endpunkt erreicht die Bohrung einen Neigungswinkel von etwa 70° in die Horizontale.
In den kommenden zwei bis drei Wochen stehen nun Pumpversuche an, die Aufschluss darüber geben werden, wie viel Thermalwasser mit welcher Temperatur künftig an die Oberfläche gefördert werden kann.
Am 04. Juli wurde mit dem Bohrmeißel eine Tiefe von 3200 m TVD (True Vertical Depth) bzw. 3623 m Bohrlänge erreicht. Innerhalb von neun Bohrtagen konnten somit rund 1000 m Formation abgeteuft werden. Dabei wurden Gesteinsschichten des Ober- und Unteroligozäns sowie darunter liegende Schichten der Kreidezeit angetroffen.
Die durchbohrten Schichten bestehen überwiegend aus Ton- und Kalkmergelgestein, das aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften als bohrtechnisch herausfordernd gilt. Dank modernstem Bohrequipment und einem erfahrenen Team konnte dieser Abschnitt jedoch problemlos und effizient erbohrt werden.
Aktuell werden Bohrlochmessungen (Logging) durchgeführt. Im Anschluss erfolgen die Zementation und der Einbau des Casings. Bis zum Erreichen des Zielhorizonts und der Erschließung des lang erwarteten Thermalwassers fehlen nun noch etwa 1000 m Bohrlänge. Die vertikale Tiefe liegt dann bei circa 3600m unter Geländeoberkante.


Die Nachfrage in der Region nach nachhaltiger, heimischer Energie ist enorm. Mit dem bestehenden Werk Laufzorn allein kann der wachsende Bedarf langfristig nicht gedeckt werden. Auf dem großen Claim der Erdwärme Grünwald, rund einen Kilometer südlich von Laufzorn entsteht nun die neue Anlage Laufzorn II.
Die Nutzung der
Tiefengeothermie hängt stark von den geologischen Bedingungen ab. Nicht überall
ist es möglich die Wärme des Erdinneren effizient und wirtschaftlich zu nutzen.
Das Grünwalder Bewilligungsfeld
bietet hingegegen beste Voraussetzungen: Es bietet heiße, wasserführende
Schichten, die sich ideal für die Förderung von Thermalwasser eignen.
Erfolgreiche Projekte in der nahen Umgebung bestätigen dieses Potenzial.
Geothermische Anlagen können in der Regel für einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren oder länger betrieben werden. Die genaue Lebensdauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der der geologischen Voraussetzungen und der Technik der Anlage.
Nein. Der Wärmeentzug bei der Nutzung von Geothermie ist im globalen Maßstab vernachlässigbar. Der Wärmeentzug erfolgt lokal in den genutzten Gesteinsschichten. Die natürliche Wärmeproduktion der Erde durch geophysikalische Prozesse sorgt dafür, dass sich dass sich das Gestein langfristig wieder erwärmt. So bleibt die Erdwärmequelle langfristig nutzbar.
Nein, das neue Projekt dient ausschließlich der direkten Wärmeerzeugung.
Ja, es gibt die Möglichkeit sich im Besuchercontainer neben dem Bohrplatz über den aktuellen Stand des Projektes zu informieren.
Bei der Planung des Projekts wurden alle relevanten Umweltaspekte berücksichtigt, darunter die Auswirkungen auf das Grundwasser, den Lärm während der Bohrarbeiten, den Schutz lokaler Flora und Fauna sowie die Minimierung von Flächenverbrauch und Bodenversiegelung.
Vor und während den Bohrarbeiten kommt es zu temporären Eingriffen wie Lärm, Bodenversiegelung und Flächenbeanspruchung. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Grundstück jedoch in großen Teilen renaturiert. Langfristig bleibt lediglich ein kleines Gebäude (Heizwerk) bestehen, welches keine Emissionen ausstößt.
Der Schutz des Grundwassers hat oberste Priorität. Das Projekt beinhaltet umfassende Maßnahmen wie die fachgerechte Abdichtungen der Bohrlöcher sowie die regelmäßige Überwachung der Wasserqualität, um sicherzustellen, dass keine Verunreinigungen auftreten.
Um die Lärmemissionen während der Bohrarbeiten zu reduzieren, werden moderne und leise Bohrtechnologien eingesetzt.
Das Projekt Laufzorn II trägt zur langfristigen Reduzierung von CO₂-Emissionen bei und fördert die Nutzung erneuerbarer Energien im Zuge der Wärmewende. Auf diese Weise ist es ein wesentlicher Schritt im globalen Kampf gegen den Klimawandel.
Unter Einhaltung aller naturschutzrechtlichen Schutzmaßnahmen und im sorgsamen Umgang mit der Natur wird der Bohrplatz 2024 sukzessive eingerichtet. 2025 sollen die Bohrungen bis zu einer Tiefe von rund 4.000 Metern erfolgen. Nach Fertigstellung der letzten Bohrung und dem Abbau der Bohranlage kann voraussichtlich 2026 mit dem Bau der Obertageanlage und dem Bau des Heizwerks begonnen werden. Zeitgleich wird rund die Hälfte der Baufläche wieder renaturiert. Ab der Heizperiode 2027/2028 soll die Einspeisung ins Fernwärmenetz erfolgen.
Ein gewisses Maß an Lärm und Verkehr ist während der Bauarbeiten unvermeidlich. Verkehrsrouten für den Lieferverkehr wurden aber so gewählt, um Störungen für Anwohner und die Umgebung so gering wie möglich zu halten.
Das Projekt orientiert sich an strengen Sicherheitsstandards und führt eine umfassende Risikobewertung durch, um potenzielle Gefahren frühzeitig zu identifizieren.
Alle Mitarbeitenden erhalten Schulungen zu Sicherheitsvorschriften und Notfallmaßnahmen, während regelmäßige Sicherheitsinspektionen und externe Prüfungen die Einhaltung der Standards gewährleisten. Ein detaillierter Notfallplan definiert Vorgehensweisen für verschiedene Szenarien, und Anwohner werden über Sicherheitsmaßnahmen informiert.
Regelmäßige Updates auf unserer Website und Pressemitteilungen bieten die Möglichkeit, sich über den Fortschritt des Projekts zu informieren.
Es besteht auch die Möglichkeit sich im Besucherzentrum vor Ort über das Geothermieprojekt Laufzorn II zu informieren. Dort werden werden während der Bohrphase Führungen angeboten, bei denen Interessierte direkt Fragen stellen und mehr über die Geothermie erfahren können.
Bereits Ende 2017 war das Fernwärmenetz fertig gestellt. Praktisch jede Straße in Grünwald ist seitdem an die Geothermie angeschlossen. Der weitere Ausbau des Fernwärmenetzes geht planmäßig voran. Mit der Inbetriebnahme der Nordanbindung können nun Kunden im Norden von Grünwald besser angeschlossen werden. Der Kundenstamm der Erdwärme Grünwald wächst kontinuierlich. Inzwischen sind rund 3.500 Wohneinheiten in Grünwald an die CO2-neutrale Erdwärme angeschlossen. So Sie an einem Anschluss interessiert sind, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Die gewonnene geothermische Energie wird in einem zentralen Heizwerk mithilfe von Wärmetauschern auf den Heizungskreislauf übertragen. Die Wärme wird dann über isolierte Rohrleitungen zu den angeschlossenen Gebäuden geleitet, wo sie für Heizung und Warmwasser genutzt wird.
Die Leitung wird in einem isolierten Graben verlegt, der Schutzmaßnahmen gegen Frost und andere Umwelteinflüsse bietet. Zudem gibt es regelmäßige Wartungsarbeiten und Inspektionen, um die Integrität der Leitung sicherzustellen.
Die Anschlusskosten richten sich nach den spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Haushalts. In vielen Fällen gibt es Förderprogramme oder Zuschüsse, die von staatlichen oder kommunalen Stellen angeboten werden. Die Erdwärme Grünwald informiert Interessierte gerne über diese Möglichkeiten.
Mit Inbetriebnahme von Laufzorn II stehen der Erdwärme Grünwald zur Einspeisung von Wärme ins Fernwärmenetz mit Unterhaching und Laufzorn I drei Energiezentralen zur Verfügung, die als Redundanz dienen. Diese Energiezentralen, ausgestattet mit Blockheizkraftwerken (BHKWs), ermöglichen eine Wärmeversorgung, selbst bei technischen Störungen oder Wartungsarbeiten an einer der Anlagen. Durch dieses System wird sichergestellt, dass die Wärmeversorgung für die angeschlossenen Haushalte jederzeit gewährleistet ist.